Angebote & Preisgestaltung für Künstler & Kreative

Teil der Übersicht: Business, Struktur & Sichtbarkeit für Künstler

Klar benennen, was du tust und fair entscheiden, was es kostet

Viele Künstler und Kreative sind inhaltlich sehr klar, aber sobald es um Angebote und Preise geht, wird es unscharf:

  • Ich kann vieles – aber wie formuliere ich das als Angebot?“
  • „Was darf oder soll ich für meine Arbeit verlangen?“
  • „Wie erkläre ich meinen Preis, ohne mich zu rechtfertigen?“
  • „Wie gehe ich mit Anfragen um, die ‚kein Budget‘ haben?“

Diese Seite ist für dich, wenn du merkst:

„Ich möchte meine künstlerische Arbeit ernst nehmen und dazu gehört auch, meine Angebote und Preise bewusst zu gestalten.“

Warum Angebote mehr sind als „Leistungen auflisten“

Viele beginnen bei Preisfragen mit der Kalkulation, aber davor steht eine andere Aufgabe:

Was bietest du überhaupt an, in einer Form, die Menschen verstehen?

In der Praxis sieht es oft so aus:

  • Du machst Performances, Auftragsarbeiten, Unterricht, Workshops, vielleicht auch Beratungen, aber alles ist unter „Ich mache halt Kunst“ zusammengefasst.
  • Auftraggeber und Institutionen wissen nicht genau, was man bei dir buchen kann.
  • Privatpersonen sind unsicher, ob sie „dich überhaupt anfragen dürfen“.

Angebote sind die Brücke zwischen deiner künstlerischen Arbeit und der Realität deiner Auftraggeber, Schüler, Sammler oder Partner:

  • Sie machen greifbar, was man bei dir anfragen kann.
  • Sie helfen Menschen, sich zu entscheiden.
  • Sie geben dir selbst Orientierung, was du überhaupt leisten möchtest und was nicht.

Angebotsfelder im Kunst- und Kreativbereich

Angebote im Kunst- und Kulturbereich sind vielfältig. Typische Felder sind zum Beispiel:

  • Künstlerische Arbeiten / Werke
    – Originale, Editionen, Auftragsarbeiten, Installationen, Illustrationen, Kompositionen.
  • Auftritte & Produktionen
    – Shows, Konzerte, Performances, Lesungen, Inszenierungen, Formate für Events.
  • Unterricht & Kurse
    – Einzelunterricht, Gruppenklassen, Workshops, Ferienprogramme, Coaching.
  • Online-Formate & Programme
    – Online-Kurse, Begleitprogramme, Mitgliederbereiche, Artpreneur-Programme.
  • Beratung & Begleitung
    – künstlerische Beratung, Dramaturgie, Choreografie, Regie, Mentoring, Creative Direction.
  • Kooperationen & Projekte mit Institutionen
    – Residenzen, Vermittlungsprogramme, partizipative Projekte, Konzepte für Häuser oder Unternehmen.

Nicht alles davon muss gleichzeitig auf deiner Website stehen. Aber es hilft, dir selbst bewusst zu machen:

  • In welchen Feldern möchtest du aktiv sein?
  • Welche Angebote sollen deine Zeit und Energie in Zukunft wirklich prägen?

Von „ich könnte“ zu klaren Angeboten

Viele Künstler kennen Sätze wie:

„Ich könnte auch Workshops geben.“
„Ich könnte theoretisch auch Auftragsarbeiten machen.“
„Ich könnte auch mit Firmen arbeiten.“

Der Schritt in die Professionalität besteht darin, einige dieser Möglichkeiten in bewusste Angebote zu verwandeln.

Zum Beispiel:

  • aus „Ich unterrichte manchmal“ wird
    „Einzelunterricht à 60 Minuten (online oder vor Ort) mit klarer Struktur und Rhythmus.“
  • aus „Ich mache Auftragsarbeiten“ wird
    „Auftragsarbeiten im Bereich Porträt / Illustration / Wandgestaltung – inklusive Vorgespräch, Konzept, Entwurf, finale Ausführung.“
  • aus „Ich helfe anderen Künstlern manchmal“ wird
    „1:1-Mentoring für Künstler, die ihre künstlerische Linie schärfen und sichtbarer werden wollen.“

Angebote sind keine starre Schablone. Sie sind ein Rahmen, der dir und deinen Auftraggebern Orientierung gibt.

Preisgestaltung: Mehr als nur „Zahl x Stunden“

Preisfragen im Kulturbereich sind komplex, auch, weil viele Strukturen historisch unterfinanziert sind.

Trotzdem ist es hilfreich, sich ein paar klare Fragen zu stellen:

  • Wie viel Zeit fließt wirklich in ein Angebot? (Vorbereitung, Proben, Kommunikation, Nachbereitung)
  • Welche Kosten hängen direkt oder indirekt daran? (Raum, Technik, Material, Fahrten, Team)
  • Welche Qualifikation und Erfahrung bringst du mit?
  • In welchem Rahmen bewegst du dich? (freie Szene, institutioneller Kontext, privat)

Für manche Angebote gibt es Richtwerte (z. B. in Honorar-Empfehlungen von Verbänden). Für andere musst du eigene Linien finden.

Wichtig ist:
Preisgestaltung ist nicht nur „Was kriege ich pro Stunde?“,

sondern auch:

  • Wie tragfähig ist dieses Angebot langfristig für dich?
  • Was braucht es, damit du es auf Dauer guten Gewissens anbieten kannst?

(Hinweis: Diese Inhalte ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung. Für konkrete Honorar-Modelle lohnt sich der Blick in Verbands-Empfehlungen und die Zusammenarbeit mit Fachstellen.)

Innere Barrieren rund ums Geld

Bevor es um konkrete Zahlen geht, tauchen oft innere Themen auf:

  • „Darf ich so viel verlangen?“
  • „Wer bin ich, so einen Preis aufzurufen?“
  • „Andere machen es doch billiger / umsonst.“
  • „Kunst sollte doch für alle zugänglich sein.“

Diese Gedanken sind nachvollziehbar und wichtig, weil sie zeigen, wo du dir selbst Grenzen setzt.

Ein paar Perspektivwechsel:

  • Faire Preise ermöglichen dir, langfristig überhaupt im Feld zu bleiben.
  • Deine Gagen und Honorare sind Teil einer größeren Bewegung in der Kulturszene, hin zu mehr Wertschätzung.
  • Zugänglichkeit kann über Stipendien, Freiplätze oder gestaffelte Modelle entstehen, nicht nur über flächendeutig niedrige Preise.

Deine Haltung zu Geld und Wert ist ein eigener Entwicklungsschritt im Künstler-Business und sie darf Zeit brauchen.

Preiskommunikation: Wie du über deine Preise sprichst

Preise sind nicht nur Zahlen, sie sind auch Kommunikation.

Einige Punkte, die helfen können:

  • Klarheit
    – nenne Preise und Konditionen möglichst früh und verständlich (Website, PDF, Vorgespräch).
  • Ruhe
    – du musst dich nicht im Detail rechtfertigen. Ein ruhiges „Diese Konditionen gelten für dieses Format“ reicht oft.
  • Struktur
    – arbeite mit Basis-Paketen oder Rahmen, statt jeden Fall neu zu verhandeln.
  • Flexibilität mit Grenzen
    – du kannst in Einzelfällen entgegenkommen (z. B. Sozialpreise, Kooperationen) – ohne deine Grundstruktur aufzugeben.

Beispiele für Sprache:

  • „Für dieses Format liegt das Honorar bei … zzgl. …“
  • „Für freie Künstler gibt es ein reduziertes Honorar-Modell, das wir bei Bedarf besprechen können.“
  • „Für Institutionen gelten unsere aktuellen Projekt- und Tagessätze, die wir gern im Gespräch konkretisieren.“

Es geht nicht darum, „hart“ aufzutreten, sondern darum, Bewusstsein und Selbstachtung auch in Zahlen sichtbar werden zu lassen.

Freunde, Bekannte & „Kannst du das mal schnell machen?“

Ein besonders sensibles Thema:

Anfragen aus dem eigenen Umfeld.

Typische Situationen:

  • „Du kannst das doch, könntest du das mal schnell für uns machen?“
  • „Wir haben kein Budget, aber es wäre doch eine schöne Referenz.“
  • „Wir sind ein Herzensprojekt, könntest du da mitmachen?“

Hier helfen ein paar Leitlinien:

  • Du darfst unterscheiden zwischen privaten Gefallen und beruflicher Arbeit.
  • Du darfst „Nein“ sagen – oder „Ja, aber unter diesen Konditionen“.
  • Du darfst deine Kapazitäten nach deiner Realität ausrichten, nicht nach den Erwartungen anderer.

Manchmal kann eine Antwort wie:

„Ich freue mich sehr über eure Anfrage.
Für diese Art der Arbeit habe ich berufliche Konditionen, wenn ihr dazu Budget habt, spreche ich gern mit euch. Für ehrenamtlich/freundschaftlich ist meine Kapazität gerade voll.“

deutlich und gleichzeitig respektvoll sein.

Angebote, Preise & Systeme

Angebote und Preise hängen auch mit deinen Systemen zusammen:

  • Wie präsentierst du deine Angebote auf der Website?
  • Wie laufen Anfragen und Buchungen – per Mail, Formular, Buchungstool?
  • Wie schreibst du Rechnungen – manuell, halbautomatisch, über ein System?
  • Wie behältst du den Überblick, wer was gebucht oder bezahlt hat?

Hier kommt Favori Flow ins Spiel:

  • Angebote können als Produkte/Services im System angelegt werden.
  • Buchungen und Anfragen laufen geordnet über Formulare oder Landingpages.
  • Zahlungen & Rechnungen lassen sich mit Angeboten verbinden.
  • Kontakte im CRM zeigen dir, wer welche Angebote in Anspruch genommen hat.

Preise werden dadurch nicht „technisch“, aber sie werden handhabbar.

Angebote & Preisgestaltung im FAVORI Visibility & Flow Programm

Im FAVORI Visibility & Flow Programm arbeiten wir regelmäßig mit Künstlern, Kreativen, Schulen und Häusern daran, ihr Angebots-Set und ihre Preislogik zu klären.

Das kann u. a. bedeuten:

  • gemeinsam zu sortieren, welche Angebotsfelder du wirklich bedienen möchtest
  • aus „diffusen Möglichkeiten“ klare Angebote zu entwickeln
  • Preisbereiche und Modelle zu definieren, die zu deiner Realität passen
  • deine Kommunikation dazu (Texte, Website, PDFs) zu formulieren
  • Systeme (z. B. Favori Flow) so einzurichten, dass sie deine Angebote & Preise tragen

Ziel ist nicht, dass du „höher, schneller, lauter“ wirst, sondern dass du klarer, ruhiger und tragfähiger arbeitest.

Nächster Schritt: Deine Angebote bewusst sortieren

Wenn du spürst, dass du vieles kannst, aber nicht klar benennen kannst, was du wirklich anbietest, oder wenn du bei jeder Preisfrage ins Schwimmen gerätst:

Dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, deine Angebote & Preisgestaltung einmal bewusst anzuschauen.

Wir unterstützen dich dabei:

👉 FAVORI Visibility & Flow Programm ansehen

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Titelgrafik mit dem Text „MARKETING FÜR KÜNSTLER & KULTURBETRIEBE – Das Dossier für Wachstum, Sichtbarkeit und digitale Relevanz“. Zu sehen ist eine Draufsicht (Flatlay) eines dunklen Holztisches, auf dem ein Tablet mit Marketing-Analyse-Dashboards liegt, umgeben von strategischen Notizen, Farbfächern, einem Kameraobjektiv und einem Smartphone.